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Weimarer Republik (1918-1933)

Der "Preußenschlag"

Kalender 20. Juli 1932

Verordnung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg vom 20. Juli 1932

Im Zuge der Landtagswahl vom April 1932 verlor die unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Otto Braun geführte Regierung der “Weimarer Koalition” (SPD, DDP, Zentrum) ihre Mehrheit im preußischen Landtag. Die Nationalsozialisten und die Kommunisten bildeten nun zusammen eine sogenannte negative Mehrheit im Landesparlament, da die beiden Fraktionen nicht zusammenarbeiten wollten. Gleichzeitig war eine mehrheitsfähige Regierungsbildung ohne Beteiligung einer dieser beiden Parteien nicht möglich, was dazu führte, dass die Regierung Braun vorerst geschäftsführend im Amt blieb.


Im Wahlkampf vor der Reichstagswahl im Juli 1932 nahmen die gewalttätigen Auseinandersetzungen vor allem zwischen Anhängern der Kommunisten und er Nationalsozialisten immer mehr zu. Ihren Höhepunkt fanden sie im sogenannten Altonaer Blutsonntag am 17. Juli 1932, bei dem 18 Menschen starben.

Die Reichsregierung unter Franz von Papen nutzte dieses Ereignis als Rechtfertigung, um gegen die demokratische Regierung in Preußen vorzugehen. Reichspräsident Paul von Hindenburg verhängte mithilfe von Notverordnungen am 20. Juli 1932 über Preußen die “Reichsexekution”. Damit wurde die amtierende Regierung abgesetzt und das Land Preußen direkt der Reichsregierung unterstellt.

Mit der ersten Notverordnung wurden die Regierungsgeschäfte der Landesregierung auf Papen übertragen, der nun als Reichskommissar offiziell die Staatsgewalt in Preußen ausübte. Die zweite Notverordnung übertrug der Reichswehr die ausführende Gewalt über Groß-Berlin und der Provinz Brandenburg.

Der “Preußenschlag” schwächte die schon angeschlagene Weimarer Republik nachhaltig. Er vereinfachte die Machtfestigung der Nationalsozialisten erheblich, da sie mit Übernahme der Reichsregierung 1933 gleichzeitig auch direkten Einfluss auf den größten und bevölkerungsreichsten Staat der Republik erhielten.