Weimarer Republik (1918-1933)
Alfred Hugenberg wird Vorsitzender der DNVP
Wahlplakat der DNVP, ca. 1919/1933
Quelle: BArch, Plak 002-029-079 / o.Ang.
Am 20. Oktober 1928, gut fünf Monate nach den erneuten Reichstagswahlen, wurde Alfred Hugenberg neuer Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), einer Partei mit nationalistischer und monarchistisch-konservativer Einstellung, deren Ziel zunächst die Abschaffung der Republik und die Wiedereinführung der Monarchie war.
Hugenberg war 1918 Mitbegründer der Partei und er vertrat die DNVP in der Nationalversammlung sowie ab 1920 im Reichstag.
Bei den Reichstagswahlen im Mai 1928 erlitt die DNVP einen starken Verlust an Wählerstimmen. Während sie zu den Reichstagswahlen 1924 mit 19,5 % noch zweitstärkste Kraft war, gewann sie 1928 nur noch 14,2 % der Stimmen und verlor 30 Sitze im Reichstag. Nach dieser Wahlniederlage wurde Alfred Hugenberg als Parteivorsitzender gewählt und verdrängte den ehemaligen Vorsitzenden Kuno von Westarp. Hugenberg beendete Kooperationen nach links und arbeitete eng mit der NSDAP zusammen, wobei er die DNVP in einen Dienst der „nationalen Sammlung“ stellte. Mit Hilfe seiner Mediengruppe „Hugenberg-Konzern“ beförderte er den Wirkungsgrad der NSDAP.
Im Bundesarchiv sind verschiedene Wahlkampfreden zur Reichtagswahl vom 20. Mai 1928 überliefert, die für dieses Quellenportal digitalisiert wurden. 29 Reden von Politikerinnen und Politikern der DNVP werden ergänzt durch eine Aufnahme mit Wahlkampfreden verschiedener SPD-Politiker. Auch wenn sich damit zwangsläufig eine politisch unausgewogene Quellenbasis abbildet, hat sich das Bundesarchiv entschlossen, alle diese Aufnahmen für die Nutzung und eine wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung zu stellen.