Weimarer Republik (1918-1933)
Beginn der Besetzung des Ruhrgebietes
Französische Soldaten vor einem beschlagnahmten Geschäft für Büroartikel in Dortmund (Westenhellweg), 1923
Quelle: BArch, Bild 183-1988-1005-502 / o. Ang.
Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg wurde im Waffenstillstandsabkommen von Compiègne am 11. November 1918 festgelegt, dass die linksrheinischen Reichsgebiete von deutschem Militär geräumt und von Truppen der alliierten Siegermächte besetzt werden sollten. Im Rheinlandabkommen von 1920 wurden die Besatzungsfristen und verschieden Besatzungszonen festgelegt. Das Ende der Besatzung war auch an die Einhaltung der Reparationszahlungen an die Siegermächte geknüpft, zu denen das Deutsche Reich im Versailler Vertrag von 1919 verpflichtet war.
Im Dezember 1922 stellte die Reparationskommission fest, dass Deutschland mit der Zahlung der Reparationen an Frankreich in Verzug war. Dies führte am 11. Januar 1923 zum Einmarsch weiterer französischer und belgischer Truppen ins Ruhrgebiet und zur Verhängung des Ausnahmezustandes durch die französische Besatzungsmacht. Ziel des Einmarsches war nicht die Annexion des Gebietes, sondern die Sicherung der Reparationszahlungen. Das Ruhrgebiet sollte als „Pfand“ dienen, bis die deutsche Seite ihrer Zahlungsverpflichtung wieder nachkommen würde.
Dieses Vorgehen löste in Deutschland große Empörung aus. Die Reichsregierung rief die Bevölkerung des Ruhrgebiets zum passiven Widerstand auf - ein Aufruf, dem die Mehrheit der Menschen folgte. Die Reparationszahlungen wurden eingestellt, Generalstreiks legten die Wirtschaft lahm, und Beamte missachteten die Anordnungen der Besatzer.
Es kam auch zu aktivem Widerstand durch Sabotageakte und Anschläge gegen die Besatzer, die sowohl von Kommunisten, als auch von Freikorps-Angehörigen und Nationalsozialisten verübt wurden.
Die Kosten des passiven Widerstandes waren sowohl in wirtschaftlicher, als auch in gesellschaftlicher und politischer Sicht sehr hoch. Angesichts der wachsenden Probleme rief die Regierung unter Reichskanzler Stresemann letztlich im September 1923 zum Ende des passiven Widerstandes auf.