Weimarer Republik (1918-1933)
Attentat auf Philipp Scheidemann
Beschluss des Staatsgerichtshofs zum Schutze der Republik, Phillip Scheidemann als Nebenkläger zuzulassen, 1922
Quelle: BArch, N 1150/46
Am 4. Juni 1922 entging der sozialdemokratische Politiker, ehemalige Reichsministerpräsident und Oberbürgermeister von Kassel Philipp Scheidemann, der am 9. November 1918 die "Deutsche Republik" ausgerufen hatte, nur knapp einem Mordanschlag. Während eines Spaziergangs im Druseltal bei Kassel attakierten Mitglieder der rechtsterroristischen Organisation Consul (OC) den Politiker mit Blausäure. Scheidemann überlebte den Angriff.
Die Aktion war Teil einer Anschlagsserie der rechtsradikalen Organisation, die sich gegen führende Repräsentanten der Republik richteten. 1921 hatten Mitglieder der Organisation bereits den Zentrumspolitiker Matthias Erzberger und den USPD-Führer Karl Gareis erschossen. Der Mord an Außenminister Walther Rathenau folgte im Juni 1922.
Die Angreifer von Scheidemann wurden zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Unterlagen zum Strafverfahren vor dem Staatsgerichtshof sind im Bestand N 1150 überliefert.