Weimarer Republik (1918-1933)
Matrosenmeuterei in Wilhelmshaven
Wilhelmshaven.- Kolonne von Matrosen auf dem Marsch / Weg zu einer Matrosendemonstration, 10. November 1918
Quelle: BArch, Bild 183-18483-0001 / o.Ang.
Am 28. Oktober 1918 verweigerten Matrosen deutscher Linien- und Kriegsschiffe erstmals den Gehorsam. Es kam zu Befehlsverweigerungen und zur Meuterei auf mehreren Schlachtschiffen des I. und III. Marinegeschwaders der vor Wilhelmshaven ankernden Hochseeflotte. Der Widerstand richtete sich gegen den Flottenbefehl vom 24. Oktober 1918 des Chefs der Seekriegsleitung, Admiral Reinhard Scheer. Dieser diktierte eine „letzte Entscheidungsschlacht“ der deutschen Hochseeflotte gegen die britische Royal Navy am Ende des Ersten Weltkriegs. Die Flotte sollte in den englischen Kanal vorstoßen und sich hier der britischen Flotte zu einem letzten Kampf stellen. Eine sinnlose Schlacht, wie die Matrosen glaubten, die das Kriegsgeschehen nicht mehr beeinflussen würde. Kriegsmüde und unzufrieden löschen in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober die Heizer die Heizkessel, Matrosen verweigern die Befehle. Die Mannschaften halten die Schiffe besetzt, ein Auslaufen ist nicht möglich. Doch bereits nach 2 Tagen, am 31. Oktober, geben die Meuterer auf und lassen sich widerstandslos gefangen nehmen. Einen Teil der Gefangenen lässt die Militärführung in Wilhelmshaven ins Gefängnis werfen, die anderen bringt man nach Kiel. Die wenige Tage später von Kiel aus aufkommenden Unruhen waren der Anfang einer Revolution, in deren Folge ein demokratisches Deutschland entstehen sollte.