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Weimar -
Die erste deutsche Demokratie

Ein Quellenportal des Bundesarchivs

Vor hundert Jahren wurde in Deutschland erstmals auf nationaler Ebene der Weg hin zu einer parlamentarischen Demokratie geebnet. Aus diesem Anlass digitalisiert das Bundesarchiv in großem Umfang Akten, Filme, Fotos, Plakate, Karten und Töne.
Unser Portal wird in den nächsten Jahren kontinuierlich befüllt und führt Sie zu besonderen Quellen aus der Zeit der Weimarer Republik.

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Fokusthema: Die Frauen in der Nationalversammlung

Nach der Ausrufung der Republik und der Übertragung des Amtes des Reichskanzlers auf Friedrich Ebert veröffentlichte der neu eingesetzte Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 einen „Aufruf an das deutsche Volk“. Mit einem darin enthaltenen Satz wurde der Grundstein für das am 30. November 1918 durch die Verordnung über die Wahl zur „Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung“ garantierte Frauenwahlrecht gelegt:

Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.

Das neue Wahlrecht trat durch die Verordnung des Rates der Volksbeauftragten über die Wahlen zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung (Reichswahlgesetz) vom 30. November 1918 in Kraft: Bei der anstehenden Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 durften Frauen erstmals wählen und gewählt werden.


In die Nationalversammlung wurden 423 Abgeordnete gewählt, 37 davon waren weiblich. Vier Frauen rückten später nach.


Die Wahlbeteiligung war mit 83 % insgesamt sehr hoch. Ca. 90 % der wahlberechtigten Frauen hatten sich an der Wahl beteiligt und damit von ihrem neuen Recht Gebrauch gemacht. Sie stellten aber lediglich 8,7 % der Abgeordneten. In späteren Parlamenten waren Frauen noch stärker unterrepräsentiert.


Die meisten Parlamentarierinnen (19) saßen für die SPD in der Nationalversammlung, allerdings hatte die SPD auch den größten Stimmenanteil bei der Wahl erhalten (37,9 %). Prozentual gesehen hatte die USPD mit 13,6 % die meisten weiblichen Abgeordneten (3) in ihrer Fraktion.


Gewählt hatten die Frauen allerdings überwiegend konservativ: Vom neuen Frauenwahlrecht hatten das Zentrum und die DNVP am meisten profitiert.

Die Frauen in der Nationalversammlung Zum Dokument Die Frauen in der Nationalversammlung
Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung. Frauen vor einem Wahllokal in Berlin, 19. Januar 1919

Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung. Frauen vor einem Wahllokal in Berlin, 19. Januar 1919