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Ruhrkampf 1920

  • Weimarer Republik (1918-1933)

Zur Niederschlagung des Kapp-Lüttwitz-Putsches hatten Reichspräsident Ebert und die sozialdemokratischen Minister der Reichsregierung am 13. März 1920 zum reichsweiten Generalstreik ausgerufen und damit die Bevölkerung zum Kampf gegen die Konterrevolution aufgefordert. USPD, KPD, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB), die Arbeitsgemeinschaft für Angestellte (AfA) und der Deutsche Beamtenbund schlossen sich dem Aufruf an.

Allerdings war der Streik nicht mit dem Scheitern des Kapp-Lüttwitz-Putsches beendet: Die Gewerkschaften formulierten weitreichende Forderungen, die ihnen ein stärkeres politisches Mitspracherecht erlauben sollten. Erst durch einen Kompromiss mit der Reichsregierung, der u.a. die Entlassung des Reichswehrministers Noske beinhaltete, wurde der Streik am 22. März 1920 für beendet erklärt.

Trotzdem wurde nicht überall die Arbeit wieder aufgenommen. Vor allem im Ruhrgebiet wurde weitergestreikt. Hier hatte die sogenannte Rote Ruhrarmee, eine Gruppe von bis zu 50.000 bewaffneten Arbeitern, teilweise die Macht übernommen und versuchte, mit dem Einsatz von Vollzugsräten und Aktionsausschüssen doch noch Elemente der Räteherrschaft durchzusetzen.

Nach einem gescheiterten Einigungsversuch und einem Ultimatum der Reichsregierung, alle Waffen abzugeben, ließ die Reichsregierung am 2. April 1920 die Reichswehr im Ruhrgebiet einmarschieren. Unterstützung bekamen die Reichswehrtruppen zum Teil auch von Freikorps-Verbänden. Damit bediente sich die Reichsregierung auch bei denjenigen Kräften, die noch wenige Tage zuvor versucht hatten, die demokratisch legitimierte Regierung zu stürzen.

Der Generalstreik, der zuvor zur Niederschlagung der konterrevolutionären Kräfte gedient hatte, hatte in der Folge damit ein zwiespältige Entwicklung genommen.

Ab dem 8. April war die Rote Ruhrarmee entwaffnet oder geflohen, und das Ruhrgebiet wurde weitgehend von Regierungstruppen kontrolliert.

In den ausgewählten Dokumenten des Bundesarchivs zum Ruhrkampf 1920 spiegelt sich in erster Linie die Haltung der Regierung wider.

Die Rote Ruhrarmee wird auch in unserem Spiel der Lebenswege aufgegriffen und ist dort eine Station im Lebensweg eines revolutionären Kämpfers.