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Das Infanterie-Regiment 19 in der Zwischenkriegszeit

Das Regiment war u.a. an der Niederschlagung des "Hitlerputschs" 1923 in München beteiligt und gehörte zu den Truppen, die 1938 in Österreich einmarschierten. Der Bestand des IR 19 mit seinen ca. 600 Akteneinheiten vorwiegend aus den Jahren 1920 bis 1939 stellt eine wertvolle Überlieferung dar.

  • Nationalsozialismus (1933-1945)
  • Weimarer Republik (1918-1933)

Hintergrundinformationen

Das Infanterie-Regiment 19 wurde am 1. Oktober 1920 als 19. (bayerisches) Infanterie-Regiment in München aufgestellt. Neben München gehörten zu seinen Standorten unter anderem Augsburg, Kempten, Lindau und Freising. Ein Infanterie-Regiment war gegliedert in Bataillone, die sich wiederum aus Kompanien zusammensetzten. Unterstellt war das IR 19 der 7. Division, deren Kommandeur zugleich Befehlshaber des Wehrkreises VII war.

Aufgrund von Kriegseinwirkungen sind im Bundesarchiv-Militärarchiv Unterlagen von Dienststellen und Truppen unterhalb der Divisionsebene nur in vergleichsweise geringer Zahl überliefert. Der Bestand des IR 19 mit seinen ca. 600 Akteneinheiten vorwiegend aus den Jahren 1920 bis 1939 stellt daher eine wertvolle Überlieferung für die Beschäftigung mit der Geschichte der Reichswehr dar.

Viele der militärischen Sachakten des Bestandes betreffen die Versorgung des Regiments mit Waffen und Munition, Verpflegung und Bekleidung, Pferden, Fahrzeugen und Gerät, die Einberufung von Rekruten oder die Zuteilung von Haushaltsmitteln - Unterlagen also, die als "trockenes" Verwaltungsschriftgut erscheinen.

Doch ein genauerer Blick auf die Dokumente zeigt, dass sie die politische Geschichte der Weimarer Republik und des NS-Regimes bis zum Kriegsausbruch ebenso widerspiegeln wie sie einen unmittelbaren Einblick in die Sozial- und Alltagsgeschichte eines Reichswehr-Regiments in der Zwischenkriegszeit gewähren.

So war das Regiment an der Niederschlagung des "Hitlerputschs" 1923 in München beteiligt und gehörte zu den Truppen, die 1938 in Österreich einmarschierten. Andere Schriftstücke lassen die politische Einstellung von Regimentsangehörigen gegenüber der Weimarer Republik erkennen, betreffen das Verhältnis zur Bevölkerung an den Kasernenstandorten oder beschäftigen sich mit "Ehrenangelegenheiten" von Offizieren.

Die hier im Galerie-Beitrag vorgestellten Dokumente zu diesen und weiteren Themen illustrieren beispielhaft, welche Möglichkeiten der Erforschung von Militärgeschichte sich durch den direkten Blick auf die Ebene eines Regiments in der Zwischenkriegszeit bieten.

Christiane Botzet