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Aufbruch in die Moderne

Die schwierige politische Situation der Weimarer Republik, Inflation und soziales Elend stehen in eigentümlichen Kontrast zum Bild der „Goldenen Zwanziger“, das sich bis heute mit dieser Zeit verbindet. Gemeint ist damit nicht nur der glanzvolle Aufstieg von Kunst und Kultur, welche befreit von der Zensur des Kaiserreichs zur vollen Entfaltung kommen konnten, sondern ein allgemeiner Eindruck ungeheurer Modernität in vielen Lebensbereichen.

Klassische Rollenbilder begannen sich aufzulösen und auch wenn das Bild der „Neuen Frau“ in der Malerei und in der Literatur nicht der Lebensrealität der ganz überwiegenden Mehrheit der Frauen entsprach, wurden neue Lebensentwürfe zumindest möglich.

Durch kürzere Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche hatte auch die breite Bevölkerung erstmals Freizeit und konnte am kulturellen Leben teilhaben. Die moderne Massenkultur entstand. Besonders populär waren große Sportveranstaltungen wie Boxkämpfe oder das Sechstagerennen, Variétés und Tanzveranstaltungen.

Mit Film und Rundfunk prägten neue Leitmedien Lebensweisen und Lebensgefühl. Im Oktober 1923 startete das erste regelmäßige Rundfunkprogramm und erreichte innerhalb kürzester Zeit ein Millionenpublikum. In den Filmstudios der UFA in Babelsberg entstanden in den 20er Jahren mehr Filme als in allen anderen europäischen Ländern zusammen. Täglich zwei Millionen Menschen sahen mit Musik untermalte Stummfilme und die Wochenschau in den Kinos, oft begleitet von kurzen Dokumentarfilmen.